Dinge

mehrteilige Bodeninstallation

Aquarell auf Papier, jeweils 100 x 70 cm
2012-heute

Zu den Dingen kam ich über einen Stein, den ich im Kosovo fand, während einer Wanderung über die mineralreichen, steinigen Hügel.
Diese Steine sind besonders, denn sie sind porös und bestehen scheinbar aus unendlich vielen Schichten, die man leicht in den Fingern zerreiben kann.
Aus Aquarellfarbe bildete ich diese Schichten nach. Eine Lage kam nach der anderen, wurde überlagert, wieder abgetragen, wie vom Wind, um wieder von einer anderen Farbe überdeckt zu werden. Es entstanden Gebilde, die in gewisser Weise mir ähnlich waren.
Ich erlebte bei den Aquarellen, den Dingen, wie ich sie nun nannte, was es bedeutet bei sich selbst zu sein. Irgendwann nämlich wurden sie zu eigenständigen Wesen mit einem Charakter. Sie mussten nicht unbedingt vollendet sein. Aber es gab einen Punkt an dem, wenn man selbst nicht in sich ruhte, diese Wesen einen übermannten und es dann unmöglich wurde sie weiterhin zu formen. Überhaupt das Wort ´formen´ war hier falsch.

Man musste sie sehen, schon am Anfang. Der erste Strich war schon fast egal, da er nur Impulsgeber war für das weitere Handeln. Es war eine Initialbewegung. Ab dann musste man mit dem Strich leben und mit ihm umgehen, ja sogar eins werden mit ihm, damit es zu einem Gebilde kam, das ´gleich dir´ war. Denn die inneren und äußeren Bewegungen bestimmten das Aussehen und die Ausstrahlung. Bewegungen oder REGUNGEN, die mit einer gewissen Körperlichkeit und Präsenz gleich zu setzen sind.
Bei den Dingen war es mir wichtig, dass sie um sich selbst kreisen und stark zentriert sind.

Die Dinge sind im Zwischenraum: Sie sind weder Zeichnung noch Skulpturales als Materie. Oder etwas anders ausgedrückt. Sie sind Materie, JA! Sie sind Zeichnung: Hier wird es schon schwierig, denn sie sind ja Projektionen und wollen doch eigenständig sein. Sie sind Projektionen des energetischen Selbst. Was das genau ist, weiß ich selbst noch nicht. Ich kann es jedoch fühlen. Man kann die Dinge, die man selbst macht, aufladen. Mit Ladung materialisieren.

Sie sind sich ähnlich, da sie eigentlich alle das gleiche Wort sind, nur verschieden ausgesprochen.

Ausstellungsansicht Kunstbezirk Stuttgart2
Ausstellungsansicht Kunstbezirk Stuttgart 2022